Chronik des Pauligut zu Armau 5
Gemeinde Michaelnbach in Oberösterreich

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Pauligut-Chronik
Das Pauligut wurde 1719 als neuer Hof errichtet. Der Name leitet sich vom Vornamen des Erbauers, Paul Heftberger ab. Mit einer Grundfläche von mehr als 150.000 m² war es damals in Michaelnbach ein stattliches Gut mit vielen Dienstboten.
In der Pfarrchronik haben wir Unterlagen gefunden, dass bereits im Jahre 1648 ein Siegfried Karner diesen Hof bewohnte. Wir haben Ahnenforschung betrieben und festgestellt, dass es sich dabei um keinen Verwandten von Hans handelt.
Ansicht altes Pauligut im Jahr 1999

Der Hof hat eine bewegte Geschichte mit Höhen und Tiefen hinter sich.
Ende des 19. Jhdt. war er Gemeindeamt und der Besitzer, Josef Kaltenbäck, Bürgermeister. Im ersten Weltkrieg kaufte er wie viele Andere Kriegsanleihen mit denen er sich verspekulierte. Ab diesem Zeitpunkt ging’s mit dem Pauligut bergab. Zuletzt war es fast 20 Jahre unbewohnt und verfiel immer mehr.

Wie so viele andere Pferdehalter waren wir jahrelang auf der Suche nach einem kleinen Anwesen mit passender Grundgröße. Anfang 1997 haben wir das verwahrloste Pauligut entdeckt und wieder zum Leben erweckt.

Es tat uns in der Seele weh, dass der Hausstock nicht mehr zu sanieren war. So blieb uns nichts Anderes übrig, als den fast dreihundertjährige Holzbau abzutragen und in annähernd gleicher Form mit Hilfe eines lokalen Zimmermannsbetriebes neu aufzubauen.

Der morsche Holzstadl wurde abgetragen und in Ziegelbauweise neu errichtet. Heute ist er Pferdestall und Garage. Darunter befindet sich der restaurierte Erd- bzw. Weinkeller mit dem Tonnengewölbe.

Der Schweinestall dient uns als Werkstatt und Heizraum. Der Kuhstall mutierte zum gemütlichen Wohnzimmer mit Kamin und Billardtisch.

Um das alte Kulturgut zumindest teilweise zu erhalten, übergaben wir die alten Originalhaustüren, die bemalten Ausleger mit den geschnitzten Vorköpfen sowie viele Möbel und Geräte zwei Museen. Nur die Zimmermannstruhe aus 1720 mit dem Originalwerkzeug haben wir nach einer Generalrestaurierung zur Erinnerung im Haus behalten.

Wenn Du der oberösterreichischen Mundart mächtig bist, steht unter derselbeText, allerdings in Prosaform. Er stand auf den Einladungen zur Gleichenfeier.

 

G'schicht vom Pauli zu Armau Nr. 5

Um 1720 hom’s mi ois neichs Haus
in da Armau aus Bama aufg’richt,
Pauliguat – noch mein Baua – hom mi d’Leit g’nennt.

Um d’ Jahrhundertwendt,
san vü bei mia üba Türschwella g’rennt.
wei mein Baua homs Burgamasta g’nennt!
Do is bei mia am Hof s’Gschick von da Gmoa ogrennt!

Originalunterschrit Bürgermeister Josef Kaltenböck anno 1890

Dan hod da oida Kaisa an Kriag ausg’ruafn
und mein Baua dazu g’ruafn.
Hoam kumma is da Baua nimma,
mei Hab’ und Guat wurdt g’schwindt g’ringa.
Auf d’Joar wurds imma schlimma!

Auf amoi san narische Stoderer kumma,
hom mi g’segn und glei g’numma.

Ans Gwöli und an an Kölla hom’s docht,
d’Nochboarn hom olle nua g’locht.

G’hacklt homs vü – a ganz a neichs Gfüh!
Ausagschnittn homs ma den wund’n Teu,
g’mocht homs mi fost wia nei!

Zimmerleit hom gmocht die neichn Teu
und Scheitln aufgschlicht.
s’’Gwöli und in Stodl hom d’Maura gricht,
da Blechbiaga hots Doch dicht!

Jetzt bin i herg’richt und a Gedicht,
a jeda kennt jetzt mei G’schicht!